Herrenuhren Fertigung

Nur noch wenige Menschen denken heute über den Fertigungsprozess ihrer Alltagsgegenstände nach. Die Welt scheint durchweg technisiert und die Produkte werden von Robotern hergestellt, die den Waren etwas von ihrem Charakter nehmen. Schuhe werden heute genauso in den großen chinesischen Fabriken gefertigt wie billige Textilien in Bangladesh oder Elektronik in Taiwan. Sicherlich ermöglicht es diese Entwicklung, nicht nur billiger zu produzieren und die Dinge so erschwinglich zu machen, sie haben auch dafür gesorgt, dass die Welt vernetzter geworden ist und die ärmsten etwas davon haben. Natürlich bleibt das Problem der Ausbeutung in den Billiglohnländern der Dritten Welt bestehen, aber wenigstens kleine Fortschritte können gemacht werden, in dem die Möglichkeit der Arbeit besteht.

Uhren stehen bei der Entwicklung von Technisierung und Billigarbeit nicht hinter anderen Zweigen der Industrie an. Auch sie werden heutzutage ohne große Kosten gefertigt, was zum einen dazu führt, dass sich größere Absatzmärkte finden lassen und zum anderen immer mehr Uhrenmodelle entstehen, die sich optisch wahnsinnig unterscheiden. Heute gibt es Armbanduhren aus allerlei verschiedenen Materialien, Farben und Formen. Es ist eigentlich nichts unmöglich, wenn man sich die aktuellen Uhrendesigns betrachtet. Die großen Marken haben die Führung übernommen, wenn es um den Verkauf von Uhren geht. Die Schweizer Firma Swatch bietet beispielsweise Uhren zum Schnäppchenpreis an und konnte sich auf dieses Weise eine Weltmarktposition erarbeiten. Das was Swatch macht, hat aber leider nichts mehr mit dem zu tun, was das Machen von Uhren einst war: Ein Kunsthandwerk auf höchstem Niveau.  Uhrmacher rekrutierten sich vor allem aus den Kreisen der Kunstschmiede.

Die Uhrmacherkunst – eine lange Tradition

Bereits seit dem 16. Jahrhundert gab es in Deutschland Vereinigungen von Uhrmachern, die sich untereinander über ihre Zunft austauschten. In unserer heutigen Zeit gibt es glücklicherweise Menschen, die sich zurückbesinnen, in diese Zeit, in der das Machen einer Uhr noch eine filigrane Kunst war und das Handwerk der Uhrmacher unglaublich angesehen gewesen ist. Es ist genau diese Tradition, das gelernte Handwerk und die gute Verarbeitung, die die Menschen eine Sehnsucht nach edlen, handgemachten Uhren entwickeln lässt. Ein Uhrmacher, der eine Uhr nach den Wünschen eines Kunden anfertigt, benötigt dafür eine Menge Zeit, Geduld und hunderte von Arbeitsschritten. Ein Uhrmacher, der individuell arbeitet, nimmt erst einmal die Ideen des Käufers auf. Das bedeutet, dass er sich nach dem Material – aus welchem das Gehäuse der Uhr beschaffen sein soll – der Form des Gehäuses, des Armbandes und des Ziffernblattes erkundigt. Die Farbliche Beschaffenheit, das Lünette und die Krone der Uhr, sind weitere Faktoren, die bei der Produktion einer Uhr berücksichtigt werden müssen. Um eine mechanische Uhr zum Laufen zu bringen, bedarf es natürlich nicht nur der äußerlichen Komponenten, sondern eines funktionierenden Uhrwerks. Dieses setzt sich aus unterschiedlichen Teilen zusammen. Die wichtigsten Komponenten sind allerdings der Antrieb, welcher die Energie der Uhr liefert und für Bewegung sorgt, das Räderwerk und die Hemmung, die die gleichmäßige Bewegung der Uhr garantiert. Auch Aufzug und Zeigerwerk sind von enormer Bedeutung, um die Zeitmessung adäquat durchführen zu können.

All dieses Komponenten muss ein Uhrmacher zusammensetzen können und darüber hinaus auch noch Geschmack und Fertigungsgeschick besitzen. Dies führt dazu, dass handgemachte mechanische Uhren sehr hochpreisig sind und nicht für jeden Geldbeutel erschwinglich macht. Die Qualität dieser Uhren ist allerdings legendär. Die Uhren lassen sich beim Uhrmacher immer wieder einstellen und halten aufgrund ihrer hochwertigen Elemente länger als ein Leben. Dies macht Uhren auch als Erbstück geeignet – eine handgemachte Uhr kann viele Generationen überleben und so ein Teil der Familiengeschichte werden. Wer also vom Made in China abweichen will und sich eine wirklich großartige Uhr machen lassen möchte, der muss zum Uhrmacher gehen. Denn nur dort trifft sich Design und echte Handwerkskunst.

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